Lunge

Forschung beim Lungenkarzinom im CCC ER-EMN

Koordinatorin: Prof. Dr. rer. nat. Susetta Finotto, PhD

Das Lungentumor-Forschungsprogramm im Comprehensive Cancer Center Erlangen-EMN beschäftigt sich mit malignen Erkrankungen der Lunge. Ein besonderer Schwerpunkt besteht im Bereich des sogenannten non-small cell lung cancer (NSCLC, nicht-kleinzelliger Lungenkrebs), wozu das Lungenadenokarzinom und das Plattenepithelkarzinom der Lunge gehören. NSCLC tritt häufig bei Rauchern auf, allerdings sind rund 15 % der betroffenen Patienten Nichtraucher. In den letzteren Fällen wird angenommen, dass sowohl genetische als auch Umweltfaktoren eine pathogenetische Rolle spielen. Frühe Tumorerkennung und therapeutische Intervention sind wichtig für die Vermeidung von Metastasen und damit für die Erhöhung der Lebenserwartung der Patienten. Daher sind die verbesserte Detektion und die optimierte Tumortherapie wichtige Schwerpunkte des Lungentumor-Forschungsprogramms im CCC ER-EMN. Nachfolgend werden die Projekte der einzelnen Mitglieder des Forschungsprogramms dargestellt:

Prof. Dr. rer. nat. Susetta Finotto, Molekulare Pneumologie, MP UKER

Die Immuntherapie ist die Möglichkeit, die Immunantwort im Patienten zu nutzen und / oder sie mit immunkompetenten Zellen von gesunden Spendern zu ersetzen, um so eine wirksame Antitumor-Immunantwort zu erreichen. Um diese Ziel zu erreichen, werden die Verteilung der T-Zellen und die Funktion von T Regulatorzellen, die den Tumor infiltrieren, analysiert. Durch Untersuchungen an Patientenzellen und in vivo Modellsysteme werden neue Therapiemöglichkeiten für NSCLC entwickelt.

Prof. Dr. med. Kai Hildner, Medizinische Klinik 1, UKER

Die Max-Eder-Nachwuchsgruppe von Prof. Dr. med. Kai Hildner (Medizinische Klinik 1, Direktor: Prof. Dr. med. Markus Neurath), die von der Deutschen Krebshilfe finanziert wird, fokussiert ihre Forschung auf den Beitrag der selektiven Immunzellen und Entzündungswege in der Genese von Lungentumoren. Hierbei werden vor allem neue Signaltransduktionswege in der Lunge beim NSCLC untersucht. Zudem sollen neue molekulare Marker und Signaturen für die Prognose und das Therapieansprechen bei NSCLC entwickelt werden.

Dr. med. Florian Fuchs, Medizinische Klinik 1, UKER

Hauptziel ist es, neue Techniken für die in vivo Bildgebung von Lungenmalignomen bei der laufenden Bronchoskopie zu entwickeln. Eine neue Technik, die erfolgreich angewendet werden konnte, ist die konfokale Laser Endomikroskopie (CLE). Hierbei wurden die Auswirkungen von Färbeverfahren für eine verbesserte Bildgebung während einer CLE untersucht. Zur Anwendung kamen hierbei Fluorescein (systemische Gabe) oder Acriflavin (topische Gabe). Die topische Anwendung von Acriflavin ermöglichte eine gute zelluläre Visualisierung von exophytischen Tumorwachstum.

Prof. Dr. med. Arndt Hartmann, PD Dr. R. Stöhr, Prof. Dr. med. Rieker, Prof. Dr. med. Haller und Dr. rer. nat. PhD Wirtz, Institut für Pathologie, UKER

Das Institut für Pathologie am Universitätsklinikum Erlangen (Direktor Prof. Dr. med. A. Hartmann) beschäftigt mit mehreren wichtige Fragen zu Lungenkarzinomen. Die meisten der Projekte begannen  im Rahmen einer ELAN Finanzierung der CCC Core Facility für die Gewebe- basierte Nukleinsäurediagnostik. Gemeinsam mit dem Klinikum Nürnberg und der STRATIFYER Molekulare Pathologie GmbH konnte gezeigt werden, dass die Expression von Östrogen-Rezeptoren mit dem klinischen Outcome in frühen und fortgeschrittenen Lungenkrebs korrelieren. Darüber hinaus wurde ein Lungenkarzinom -Klassifikator entwickelt, der die Unterscheidung von Adenokarzinomen, von Plattenepithelkarzinomen und Mischtypen durch Messung von KRT5 , KRT7 , KRT17 und TTF1 auf mRNA-Ebene durch Multiplex- RT- qPCR ermöglicht. Die Unterscheidung dieser NSCLC -Subtypen ist von entscheidender Bedeutung im Hinblick auf das Therapieansprechen. Zusammen mit anderen pathologischen Abteilungen in Nordbayern (Coburg, Erlangen, Würzburg, Regensburg) wurden die EGFR- Mutationen in verschiedenen Adenokarzinomen der Lunge in Assoziation mit AstraZeneca untersucht. Andere Projekte bewerteten die Bedeutung von tumorinfiltrierenden Immunzellen bei Krebs und weitere Projekte dienten zur Etablierung empfindlicherer  Methoden zum Nachweis bestimmter Mutationen und Translokationen bei Lungenkrebs, um Karzinome weiter stratifizieren zu können.

Prof. Dr. med. Christoph Ostgathe, Palliativmedizin, UKER

Die Forschungsgruppe Palliativmedizin wurde 2010 gegründet. Die Epidemiologie palliativmedizinisch relevanter Symptome, wie der Dyspnoe, in unterschiedlichen Patientengruppen ist eines der Themen, mit der die Arbeitsgruppe sich befasst. Als Datengrundlage dient hier die Nationale Hospiz und Palliativevaluation (HOPE). Darüber hinaus wurde die Implementierung der WHO Empfehlungen zur Palliativversorgung in die Behandlung von Patienten mit Lungenkrebs evaluiert.

Prof. Dr. med. Rainer Fietkau, Strahlenklinik, UKER

Ein Schwerpunkt bildet die Weiterentwicklung simultaner Radiochemotherapie-Protokolle in Kombination mit Immuntherapieansätzen für fortgeschrittene Lungentumore (einschließlich der neoadjuvanten Therapie) in Phase I/II/II Studien; einschließlich begleitender Phase III Studien.

Prof. Dr. med. Horia Sirbu, Thoraxchirugie, UKER

In einer Studie wird die Wertigkeit der systematisch extensiven Lymphknotendissektion beim nicht-kleinzelligen Lungenkarzinom im Rahmen der operativen Behandlung untersucht (W. Schreiner, H. Sirbu, D. Trufa). Zweck der Studie ist es, die Bedeutung der ausgedehnten Lymphknotendissektion unter Berücksichtigung der lymphatischen Metastasierungswege zu untersuchen sowie eine Verbesserung des Lymphknotenstagings zu erreichen. In dieser Studie wurden bereits über 500 Patienten über einen Zeitraum von 20 Jahren einbezogen. Eine zweite Studie untersucht den Einsatz von Krebsspürhunden in der Frühdiagnostik von Bronchialkarzinomen (H. Sirbu, M. Würfel, P. Stapel). Spürhunde der Johanniter Unfallhilfe werden an standardisiert gesammelten Atemgasproben von Patienten mit Bronchialkarzinom in mehreren Phasen trainiert, um zu überprüfen, inwiefern in der Folge eine frühzeitige Detektion von Bronchialkarzinomen möglich ist. Ziel ist die Schaffung von Grundlagen für ein technisches Gasanalysesystem („elektronische Nase”) sowie eine eindeutige chemische Identifizierung der Markergase und deren charakteristischer relativer Anteil in verschiedenen Stadien der Krebserkrankung.

Einige ausgewählte Publikationen finden Sie hier