Harntrakt

Krebs des Harntrakts / Nierenzellkarzinom

Berufliche Exposition oder Gefährdung, Arbeitsstoffe:

  1. Aromatische Amine
  2. Trichlorethen/Trichlorethylen
  3. Polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe

1. Aromatische Amine

(Benzidin, β-Napththylamin, 4-Aminodiphenyl, 4-Chlor-o-Toluidin, o-Toluidin, Azofarbstoffe aus denen beim Menschen krebserzeigende aromatische Amine freigesetzt werden können, Herstellung von Auramin, Einwirkung permanenter Haarfärbemittel die vor 1977 verwandt wurden)

BK- Nr. 1301

Gefährdung:

v.a. Harnblasenkarzinom, aber auch Harnleiter, Harnröhre und Nierenbecken

Beispielberufe und Gefährdungspotentiale
(keine vollständige Aufzählung):

  • Maler, Lackierer
  • Chemiearbeiter, Kunststoffverarbeiter
  • Schlosser, Mechaniker
  • Techniker, Elektriker
  • Bauberufe, Tischler, Modellbauer, Polsterer
  • Maschinisten, Ingenieure
  • Metallerzeuger, -bearbeiter
  • Bergleute
  • Textil-, Leder-, Fellverarbeiter
  • Friseure bis 1977
  • Auraminherstellung

Industriezweige/Tätigkeiten: Farbstoffindustrie (Herstellung und Färben (Textil, Leder, Papier, Mineralöl, Wachse, Pigmentlacke)), Entfernung alter Holzanstriche, chemische Grundstoffindustrie, Benzol-/Benzin-Industrie, Insektizidherstellung, Gummiindustrie, Auraminherstellung

Historisch: z.B. Fuchsin-Arbeiter

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2. Trichlorethen/Trichlorethylen (Halogenkohlenwasserstoffe)

BK- Nr.: 1302

Gefährdung:

Nierenkrebs (Nierenzellkarzinom)

Beispielberufe und Gefährdungspotentiale
(keine vollständige Aufzählung):

  • Maler, Lackierer, Farbenhersteller
  • Metallarbeiter
  • Chemiearbeiter
  • Kunststoff-, Gummi-, Textilproduktion
  • Schlosser, Mechaniker
  • Anästhesisten
  • Drucker, Schuhmacher

chemische Industrie und Reinigung, Kunststoff-/Gummiherstellung, Metallreinigung/-entfettung, Lösungsmittel, Extraktionsmittel, Klebstoffe, Textilveredelung, Chemischreinigungsbetriebe, Erdölindustrie, Druck-/Schuhindustrie,

Industriezweige: Metall-/Mechanik-/Kunststoff-/Textil- und Elektrotechnik-Industrie

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3. Polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe mit einer kumulativen Dosis von mindestens 80 Benzo(a)pyren-Jahren [(µgm³) x Jahre]

Aktuell noch nach § 9 Abs. 2 SGB VII anerkennungsfähig (wissenschaftliche Begründung vom 01.07.2016)

Gefährdung:

Harnwege v.a. Harnblasenkarzinom, aber auch Harnleiter, Harnröhre und Nierenbecken

Beispielberufe und Gefährdungspotentiale
(keine vollständige Aufzählung):

 

  • Dachdecker, Dachpappenhersteller
  • Schornsteinfeger
  • Straßenbauer, Bauberufe, Isolierer
  • Bootsbau, Küfer
  • Gießerei-/Stahlarbeiter, Metallerzeuger/-bearbeiter
  • Maschinisten, (KFZ-)Mechaniker, Techniker, Schlosser
  • Chemie-/Kunststoffarbeiter
  • Bergleute, Mineralgewinner
  • Ofen-/Kokereiarbeiter
  • Drucker

Abbruchbetriebe, Aluminium-/Elektrographitindustrie, Eisen- und Stahlerzeugung, Gießereien, Feuerfestindustrie, Straßenbau, Verarbeitung von Kohle und Erdöl, Stein- und Braunkohleindustrie, Kokereien, Teerraffinerien, Energie- und Wärmeerzeugung, KFZ-Werkstätten, Schlosser-Betriebe, Gummi-/Druckindustrie, etc.

Industriezweige: Bergbau-, Bau-, Chemie- und Metallindustrie

 

 
Merkblätter der BAuA:

Links zu den Merkblättern der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin:
BK Nr. 1301 aromatische Amine
BK Nr. 1302 Halogenkohlenwasserstoffe

Wiss. Stellungnahmen der BAuA:

Links zu den wissenschaftlichen Stellungnahmen und den Begründungen der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin:
BK Nr. 1301 aromatische Amine
BK Nr. 1302 Halogenkohlenwasserstoffe