Hirntumoren

Allgemeine Informationen

Jährlich erkranken in Deutschland ca. 7.000 Menschen neu an einer bösartigen Tumorerkrankung des zentralen Nervensystems (Gehirn und Rückenmark). Davon betreffen laut Schätzungen des Robert-Koch- Instituts 95% das Gehirn bis zum Gehirnstamm. Die restlichen 5% der Tumore verteilen sich auf Krebserkrankungen der Hirnhäute, der Hirnnerven, der Rückenmarkhäute, des Rückenmarks und der Spinalnerven im Rückenmarkkanal.

Tumoren im Gehirn können sich aus verschiedenen Gewebearten entwickeln. Hierbei wird zwischen primären Hirntumoren, also Tumore die sich aus Zellen des zentralen Nervensystems entwickeln, Neubildungen des peripheren Nervensystems und sekundären Tumoren wie z.B. Tochtergeschwülste (Metastasen) von Krebserkrankungen anderer Organe die sich im Gehirn ansiedeln unterschieden. Zu den Primären Hirntumoren gehören z.B. Hirneigene Tumore, welche aus dem Stützgewebe des Hirngewebes (Gliome) entstehen. Zu diesen Gliomen  zählt z.B. das Astrozytom. Auch Tumoren der Hirnhäute (Meningeome) und Hypophysentumoren (Hirnanhangsdrüse) gehören zu den primären Hirntumoren. Als sekundärer Tumor können z.B. Tumoren der Lunge, des Brustkrebs oder des Malignen Melanom ins zentrale Nervensystem streuen. Lymphome, Tumore des lymphatischen Systems, können auch im Gehirn auftreten.

Tumoren des Gehirns können gutartig oder bösartig sein. Gutartige Tumoren wachsen meistens langsam und schädigen das umliegende Gewebe durch den Druck, der durch den wachsenden Tumor entsteht. Bösartige Tumoren wachsen meistens schneller und können in benachbartes Gewebe eindringen. Da das zentralen Nervensystems durch die geschützte Lage im Schädel und im Wirbelkanal nicht viel Platz hat, verursacht ein wachsender Tumor zunehmenden Druck auf diese sensiblen Strukturen was zum Beispiel zu Ausfallerscheinungen führen kann.

Die Behandlung von Patienten und Patientinnen mit einem Tumor des zentralen Nervensystems ist sehr komplex und ist eine besondere Herausforderung. Neben der Neurochirurgie und der Neurologie sind zahlreiche weitere Fachgebiete wie  z.B.  Neuroradiologie, Neuropathologie und Strahlentherapie an der Diagnostik, Therapie und Weiterbetreuung beteiligt. In den interdisziplinären Tumorkonferenzen des CCC ER-EMN werden Behandlungen Interdisziplinär besprochen. In der Diagnostik und Behandlung kommen moderne Geräte und minimalinvasiven Operationsverfahren zum Einsatz.

Durch universitären Forschungsansätze werden an der Neurochirurgischen Klinik des Universitätsklinikums Erlangen aufwendige Operationsverfahren wie z.B. die Operation mit intraoperativer MR-Bildgebung auch in Kombination mit innovativen Operationsmethoden wie dem DIVA-Operationsverfahren angewendet. Mit diesem weltweit neuen Verfahren können durch Tumor Fluoreszenz-Visualisierung Krebszellen während der Operation sichtbar gemacht werden. Durch die bessere Darstellung des Tumors verbessern sich die  Operationsresultate und die klinischen Verläufe der Patienten.


Zentren/Kliniken am CCC ER-EMN

Informationen zu speziellen Behandlungsverfahren und Ansprechpartnern finden Sie auf den folgenden Seiten:

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Onkologische Zentren